Wer anfängt zu investieren und anlegen will, stolpert früh über zwei Wörter: ausschüttend und thesaurierend. Beide beschreiben, was ein ETF mit seinen Erträgen macht. Der Unterschied ist kleiner, als viele denken – aber es lohnt sich, ihn zu verstehen. Dieser Artikel ist der schriftliche Begleiter zu unserer Podcast-Folge aus der Reihe rund ums ETF-Einmaleins.

Was ausschüttend und thesaurierend bedeutet

Ein ETF verdient Geld: Die enthaltenen Firmen zahlen Dividenden, es kommen Erträge herein. Und jetzt gibt es zwei Sorten:

  • Ausschüttend – der ETF überweist dir die Erträge regelmäßig aufs Verrechnungskonto, meist ein paar Mal im Jahr. Du siehst echtes Geld hereinkommen.
  • Thesaurierend – der ETF behält die Erträge und legt sie automatisch wieder an. Du bekommst nichts ausgezahlt, aber dein Anteil wird mehr wert. Der Zinseszins läuft von allein.

Ist thesaurierend nicht einfach besser?

Der Komfort ist ein starkes Argument – gerade beim langfristigen Vermögensaufbau. Aber „immer besser“ stimmt nicht, und der Grund steckt beim Finanzamt: Auf deine Erträge wird Steuer fällig, egal welche Variante du hast.

Steuer ohne Angst: Sparerpauschbetrag und Freistellungsauftrag

Jeder hat in Deutschland einen Sparerpauschbetrag – aktuell 1.000 Euro im Jahr pro Person, 2.000 Euro bei gemeinsam veranlagten Paaren. Bis dahin sind deine Kapitalerträge steuerfrei. Wichtig: Dafür musst du bei deinem Broker einen Freistellungsauftrag einrichten, sonst wird sofort Steuer abgezogen.

Die Vorabpauschale – einfach erklärt

Beim ausschüttenden ETF füllen die Ausschüttungen deinen Freibetrag automatisch. Beim thesaurierenden bekommst du nichts ausgezahlt – trotzdem greift der Staat zu, über die sogenannte Vorabpauschale. Seit 2018 zahlst du auch hier jedes Jahr eine kleine Vorab-Steuer auf einen gedachten Mindestertrag. Sie ist meist überschaubar und wird später beim Verkauf verrechnet – du zahlst also nicht doppelt.

Wichtig

Steuerregeln ändern sich und hängen von deiner Situation ab. Dieser Artikel ersetzt keine Steuerberatung – bei größeren Beträgen lohnt der Blick zum Fachmann.

Welcher Typ passt zu welchem Ziel?

Steuerlich sind die beiden heute viel ähnlicher als früher – die Vorabpauschale hat den alten Vorteil des Thesaurierers weitgehend eingeebnet. Es ist also keine Angst-Entscheidung, sondern eine Ziel-Entscheidung:

  • Thesaurierend – ideal in der Ansparphase, wenn du Vermögen aufbaust und dich einfach nicht kümmern willst. Alles wird automatisch wieder angelegt.
  • Ausschüttend – gut, wenn du einen regelmäßigen Geldfluss willst (etwa später in der Rente) oder deinen Freibetrag jedes Jahr sichtbar ausnutzen möchtest.

Kann ich später wechseln?

Ja – du kannst deinen Sparplan jederzeit auf einen anderen ETF umstellen und den alten liegen lassen. Aber Achtung: Einen ETF nur zum Wechseln zu verkaufen, löst Steuer auf deine Gewinne aus. Deshalb lieber von Anfang an bewusst wählen und dann dranbleiben. Passende Depots findest du im Broker-Vergleich.

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Lena und Finn vergleichen ausschüttende und thesaurierende ETFs im Podcast „LF Talk“ – kompakt und ehrlich.

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Hinweis: Dieser Beitrag ist allgemeine Orientierung und keine individuelle Anlage- oder Steuerberatung und keine Kaufempfehlung. Steuerregeln können sich ändern und hängen von deiner Situation ab. Entscheidungen triffst du für dich selbst – im Zweifel mit unabhängiger Beratung oder einem Steuerberater.

Quellen

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