Ein Finanzbuch von 1926, verpackt in Geschichten aus dem alten Babylon, und bis heute eines der meistempfohlenen Bücher über Geld überhaupt: „Der reichste Mann von Babylon“ von George S. Clason. Der Grund für die anhaltende Beliebtheit ist simpel: Die Regeln darin sind so grundlegend, dass sie hundert Jahre, jede Währungsreform und jeden Börsencrash überlebt haben. Wir fassen die wichtigsten Lektionen zusammen, und übersetzen sie in die Gegenwart.

Worum es geht

Clason erzählt Parabeln: Der Wagenbauer Bansir schuftet sein Leben lang und bleibt arm, während sein Jugendfreund Arkad zum reichsten Mann Babylons wird. Auf die Frage nach seinem Geheimnis antwortet Arkad nicht mit einem Trick, sondern mit Gewohnheiten, Regeln, die jeder anwenden kann, unabhängig vom Einkommen. Genau diese Alltagstauglichkeit macht das Buch bis heute zum Klassiker.

Die Kernregeln, und was sie heute bedeuten

  • Zahl dich zuerst selbst: Von allem, was du verdienst, gehört ein Teil dir, Arkads Faustregel: mindestens ein Zehntel. Heute heißt das: Die Sparrate wird am Monatsanfang per Dauerauftrag beiseitegelegt, nicht am Monatsende „falls etwas übrig bleibt“. Denn übrig bleibt erfahrungsgemäß nichts.
  • Lebe unter deinen Verhältnissen: Clasons Beobachtung, dass Ausgaben immer mit dem Einkommen mitwachsen, wenn man sie lässt, ist heute als Lifestyle-Inflation bekannt. Wer Gehaltserhöhungen automatisch mitspart, entgeht der Falle.
  • Lass dein Geld für dich arbeiten: Erspartes soll nicht herumliegen, sondern Ertrag bringen, Arkad nennt es „Kinder des Goldes, die wieder Kinder zeugen“. Das ist nichts anderes als der Zinseszinseffekt, der heute am einfachsten über breit gestreutes, langfristiges Anlegen funktioniert, wie das geht, zeigt unser Guide ETF-Sparplan für Einsteiger.
  • Schütze dein Kapital: Die erste Frage ist nie „Wie viel kann ich gewinnen?“, sondern „Kann ich den Einsatz zurückbekommen?“. Clason warnt vor Investments, die man nicht versteht, und rät, den Rat von Leuten einzuholen, die ihr Handwerk beherrschen, nicht den des Schwagers mit dem heißen Tipp. Das deckt sich mit der wichtigsten Regel moderner Geldanlage: Teure Fehler vermeiden schlägt Rendite jagen.
  • Sorge für dein Zuhause und die Zukunft vor: Ein sicheres Dach über dem Kopf und Vorsorge fürs Alter und die Familie gehören bei Clason selbstverständlich zum Vermögensaufbau dazu, der Gedanke hinter Notgroschen, Altersvorsorge und Absicherung ist also alles andere als neu.
  • Erhöhe deine Fähigkeit zu verdienen: Die letzte Regel wird oft übersehen: Wer lernt und besser wird in dem, was er tut, steigert sein Einkommen, und damit die Basis für alle anderen Regeln. Sparen hat eine Untergrenze, Dazuverdienen nicht.

Warum das nach 100 Jahren noch funktioniert

Man kann dem Buch vorwerfen, dass es simpel ist, aber genau das ist der Punkt: Die meisten Geldprobleme entstehen nicht durch fehlendes Spezialwissen, sondern durch fehlende Gewohnheiten. Eine feste Sparrate, kontrollierte Ausgaben, verzinstes Kapital, gesunde Skepsis und wachsende Fähigkeiten, das ist im Kern dieselbe Reihenfolge, die auch moderne Finanzplanung empfiehlt: erst Notgroschen, dann investieren. Neu verpackt wird sie jedes Jahr, erfunden wurde sie vor einem Jahrhundert.

Hinweis: Dieser Artikel bietet eine allgemeine Orientierung und keine individuelle Finanz- oder Anlageberatung.

Quellen

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Zum Weiterlesen: das Original von George S. Clason

Der Klassiker von 1926 erzählt alle Parabeln in voller Länge – bis heute eines der meistverschenkten Finanzbücher.

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